Man darf ja ruhig skeptisch sein, ob das wohl funktioniert und was ich so auf twitter verfolge ist wenig erfolgversprechend. Diaspora ist sozusagen das “gute” und “brave” Facebook. Die Daten bleiben beim Nutzer und man kann recht genau und einfach einstellen, wer was sieht. Dazu liegt der Kram nicht auf einem Server, sondern dezentral verteilt überall auf der Welt. Man kann sogar seinen eigenen Server aufsetzen, dann bleibt alles “daheim”. Derzeit wird alpha-getestet mit recht wenigen Funktionen, die es mir allerdings schon wieder sympathisch macht. Es gibt halt noch wenig Nutzer und deshalb ist nicht viel los. Das macht aber nix.

Beim Urserver unter joindiaspora.org kann man sich gerade nicht einschreiben, aber auf einem deutschen Server (genannt pod) schon. Der steht zum Bleistift unter dem etwas sperrigen Namen “geraspora.de“. Und da habe ich mich angemeldet. Ihr findet mich unter dem Namen prucker@pod.geraspora.de.
Wichtigster spürbarer Unterschied zu Facebook ist, dass man seine Kontakt in sogenannte Aspekte einteilen kann. Entsprechend kann man dann einstellen, dass dieser oder jener Eintrag nur von privaten Freunden und eben nicht vom Chef oder sonst jemanden gesehen werden können. Das erscheint mir sehr sinnvoll und das gefällt mir.
Problem wird sein: Der eigentliche Unterschied liegt in der Philosophie von Diaspora im Vergleich zu Facebook. Facebook will mit den Daten der Mitglieder Geld verdienen, Diaspora nicht. Nur: Das merkt man ja eigentlich nicht im täglichen rumalbern mit Friends & Family. Wenn es aber von Otto-Normal-Surfer nicht als Unterschied wahrgenommen wird, dann setzt sich Diaspora auch nicht durch. Dazu kommt, dass viele selbst von einer Alpha-Version, die ein paar engagierte Studies zusammengebaut haben, natürlich sofort jedwede Höchstleistung des Social Web verlangen. Noch so ein Problem.
Trotzdem, dieses Mal bin ich von Anfang an dabei und beobachte das ganz genau. Und zwar wohlwollend, aber ideologiefrei. Join Diaspora (oder auch Geraspora).